Neuseelandreise

 

Flugreise und Übernahme Camper

1. Februar bis 5. Februar

 

Am Dienstag, 1. Februar, flogen wir um 19:05 Uhr in Zürich los und landeten nach 40 Stunden und 10 Minuten Reisezeit am Donnerstag, 3. Februar, um 23:15 Uhr (Ortszeit) müde aber glücklich in Christchurch, Neuseeland. Die Kinder hatten sich tapfer gehalten und waren am Ende ausgeruhter als wir. Luan z.B. hatte Cécile beim elfstündigen Aufenthalt in Melbourne auf Trab gehalten, schlief dann aber auf der letzten Etappe friedlich ein und erwachte nicht einmal, als wir ihn auf dem Gepäcktrolley liegend durch die Immigration schoben.

 

Die ersten zwei Tage verbrachten wir dann in einem Holiday Park in Christchurch und kämpften mit dem Jetlag. In der zweiten Nacht, am Tag der Camperübernahme, erwachten wir schon um 3 Uhr morgens und entschlossen uns in den Tag zu starten. Auch bei der Camperübernahme schliefen unsere Kinder wiederum genüsslich in der Couch während wir versuchten uns zu merken, welcher Schlüssel zu welchem Türchen am Camper passt. Die Campereinführung dauerte nur rund 20 Minuten, dann sagte der Vermieter, "Now it’s all yours, enjoy!". Marco brauchte dann aber noch sicher 1 Stunde, um die beiden Kindersitze (natürlich zwei verschiedene Modelle) zu montieren und Cécile mühte sich mit dem Auspacken der Koffer ab.

 

Dann gings los und darum, unser Camper Ungetüm (6.4m lang, 2.18m breit, 3.5m hoch) in den Linksverkehr zu schleusen. Marco nahm diese Herausforderung an und kurvte in Christchurch durch die Strassen auf der Suche nach dem nächsten Einkaufszentrum. Gesucht, gefunden und schon parkiert. Wir mussten aber bald erkennen, dass der Po unseres Campers bis weit in die Parkhausausfahrt des Einkaufszentrums ragte und jegliche Ausfahrt blockierte. Also umparkieren und schnell die ersten Einkäufe tätigen für unser erstes Abenteuer auf der Banks Peninsula.

 

 

Banks Peninsula - Akaroa

5. Februar bis 7. Februar

Die Banks Peninsula ist eine vulkanische Halbinsel mit zwei Naturhäfen, Littelton und Akaroa. Letzteres war unser Ziel, welches über eine 82 km lange, hügelige und teils sehr schmale Strasse erschlossen wurde. Dies war natürlich das ideale Terrain, um sich mit dem Camper einzufahren. Cécile, acht Jahre jünger als Marco, alterte zusehends mit jedem Meter Fahrt und bei jedem Mal, wo sie “nicht so weit links!” rufen musste. Marco versuchte mit allen Mitteln, auf der Strasse zu bleiben (links, aber nicht zu weit!), kämpfte aber gleichzeitig mit dem Schaltknüppel und den Gängen (Gang 2 oben, Gang 3 unten usw.). Am Ende waren wir alle froh, im Holiday Park in Akaroa angekommen zu sein. Marco zirkelte das Gefährt auf den ‘Parkplatz’ mitten auf einer Wiese mit wunderschönem Ausblick über die Bucht von Akaroa. Atemberaubend war kurz darauf auch der Sonnenuntergang, Entschädigung für einen anstrengenden uns sehr langen Tag (wach seit 3 Uhr morgens!).

Am Tag darauf war es um die 35° heiss und wir genossen die strahlende Sonne beim Baden im Pool. Auch richteten wir den Camper besser ein und machten erste Wäsche. Ein erster Versuch, den Blog zu schreiben scheiterte wegen zu schlechter Verbindung.

Am nächsten Morgen, am Montag, 7. Februar, beim Verlassen des Campingplatzes, wartete bereits die erste Herausforderung auf uns beim Ablassen des Abwassers (Greywater) und dem Wiederauftanken des Wassers. Alles ging gut, der Wassertank war aber erstaunlich schnell wieder voll, zu schnell, wie sich bald darauf herausstellen sollte.
Der Tag war grau und wir wollten noch die Hafenstadt Akaroa sowie ein paar vielversprechende Buchten mit wohlklingenden Namen wie Pigeon Bay oder Port Levy erkunden. Die Fahrt über die Halbinsel war interessant und abenteuerlich und bis zur Bucht der Tauben konnten wir vordringen, auch wenn am Ende nur noch auf Schotterpisten. Dies konnte uns Alpenländler aber nicht beeindrucken, das Strassenschild mit der Aufschrift ‘Road not suitable for Campervans’ schon eher. Cécile wollte an diesem Punkt nicht weiter, Marco interpretierte ‘not suitable’ mit ‘nicht geeignet, aber möglich’ und wollte weiterfahren. Also kehrten wir um… und Marco trauerte auf der rund halbstündigen Rückfahrt dem gewundenen Bergsträsschen nach und sah vor seinen Augen die Sonne am Horizont der Bucht Port Levy untergehen (auch wenn es an diesem Tag grau war und die Bucht gegen Norden verlief).

 

 

Banks Peninsula - Kaitorete Spit
7. Februar bis 8. Februar

Gegen Abend des 7. Februars erreichten wir Kaitorete Spit, eine Landzunge, die rund 20 km ins Meer hinausragt. Direkt am Strand des Örtchens Birdlings Flat schlugen wir unser Nachtlager auf und spazierten über die runden Steine ans laute, tosende Meer. Die Stimmung war beeindruckend und ehrfürchtig staunten wir über die Naturgewalten in dieser unwirtlichen Gegend.
Während des Risottokochens ging dann das Frischwasser aus, schnelles Wassertanken am Morgen lässt grüssen.

 

 

Christchurch - Orana Wildlife Park
8. Februar

Der sonnige Dienstag war wie geschaffen für einen Besuch des Orana Wildlife Parks, eines Zoos im Safaristil. Die Kinder fütterten begeistert Giraffen sowie einheimische Nutztiere wie Kälber, Schafe, Ziegen und Schweine. Das ‘Highlight’ für Arwen war aber der vom Aussterben bedrohte Kiwi, der flugunfähige Vogel der den Einwohnern Neuseelands ihren Übernamen gibt.

Nach dem Besuch des Zoos fuhren wir weiter Richtung Süden und fanden auf diesem Weg auch eine ‘Dump Station‘, wo wir endlich Frischwasser tanken konnten. Natürlich wurde es uns nicht einfach gemacht, das Gewinde unseres Schlauchs passte nicht auf dasjenige des Wasserhahns, so dass wir beim Tanken viel Muskelkraft brauchten sowie Nasse Füsse und Beine kriegten. Aber wir lieben ja diese Herausforderungen…
Danach mussten wir uns etwas zu Gute tun, wir stillten unseren Hunger im Charming Thai Restaurant in Ashburton (man staune, sogar die Kinder genossen die asiatischen Köstlichkeiten) und übernachteten wenig später ein bisschen weiter Richtung Süden abseits der Strasse im Camper.

 

 

Oamaru
9. Februar bis 11. Februar

Via Timaru erreichten wir gegen Abend das Städtchen Oamaru, bekannt für Pinguinbeobachtungen. Wir hatten unsere Plätze für das ‘Blue Penguin’s Crossing’ bereits im Holiday Park vorreserviert und warteten lange, bis die Kleinsten aller Pinguine (ca. 40 cm) aus dem Meer auftauchten, über die Steine hüpften und schliesslich den Fussweg zu ihren Nistplätzen überquerten. Dabei wollte keiner der Erste und keiner der Letzte sein, der sich auf den Weg wagt. Also warteten sie oft etwas unschlüssig, bis dann der Mutigste das Rennen eröffnete.

Den nächsten Tag verbrachten wir auf dem unglaublich tollen Spielplatz der Oamaru Public Gardens und genossen die Schönheit, den Zauber und die Ruhe der weitläufigen Gartenanlage.

 

 

Neuseeländische Alpen - Mount Cook und Lake Tekapo
11. Februar bis 13. Februar

Relativ kurzfristig hatten wir uns dazu entschlossen, eine Schlaufe ins Inland zu den neuseeländischen Alpen zu fahren. Mount Cook (Aoraki), der höchste Berg Neuseelands (3750 m) und die Bergseen, allen voran Lake Tekapo, versprachen Abwechslung zu der Küstenlandschaft.
Unser Respekt vor den alpinen Strassen war nahezu unbegründet, verlief die Anfahrt Richtung Mount Cook doch auf relativ breiten und geraden Wegen. Hier und da machten wir Halt bei Aussichtspunkten und schossen ein paar Fotos oder kurzen Rast in einem Café oder Restaurant. Am Abend waren wir in Twizel angekommen, wo Arwen und Luan viel Zeit auf einem Spielplatz verbrachten und wir uns später alle in einem vermeintlich italienischen Restaurant auf die angepriesene Gourmet-Pizza freuten… Na ja, was soll man sagen, unsere Pizzas hatten zwar feinen Lachs drauf, aber auch Mayonnaise, der Koch war also bestimmt kein echter Pizzaiolo!

Am nächsten Tag, dem Samstag, 12. Februar, fuhren wir also weiter Richtung Aoraki, entlang des vom Wind aufgepeitschten Sees Pukaki. Es war stark bewölkt als wir im Dörfchen Mount Cook ankamen, so dass man zwar den Gletscher, nicht aber den Berg zu Gesicht bekam. Nach einem Museumsbesuch und ausgiebiger Pause im kleinen, gemütlichen Bergrestaurant nahmen wir die Fahrt wieder auf mit Ziel Lake Tekapo. Der Weg führte uns über eine mit braunem Gras bewachsene Hochebene.
Am Lake Tekapo angekommen mussten wir erfahren, dass ’Freedom Camping’ weder im Ort noch am Seeufer erlaubt ist. Die uns angegebene Alternative, Lake Mc Gregor, lag eigentlich nahe. Nach rund 30 minütiger holpriger Fahrt über unwegsames Gelände mussten wir abrupt vor einer äusserst langen, schmalen und hölzernen Brücke, die zum Goodley Peaks überführte, stoppen. Wiederum verspürte Marco dieses abenteuerliche Verlangen, die Brücke zu bezwingen und wollte schon wieder den Camper starten. Cécile ihrerseits stellte sich ebenso mutig in den Weg eines entgegen kommenden Fahrzeugs um nach dem rechten Weg zu fragen. Was wir schon befürchteten wurde uns bestätigt, wir hatten uns verfahren und waren am Ende der Strasse angekommen, hatten die Abzweigung vor ca. 10 Minuten verpasst. Eine Viertelstunde später kochten wir Torellini am idyllischen Lake Mc Gregor.

Am Sonntag konnten wir dank freundlichem Wetter tolle Fotos vom türkisfarbenen Lake Tekapo schiessen und zusammen mit Horden von anderen Touristen die Church of the Good Shepherd ablichten.

 

 

Dunedin und Otago Peninsula
13. Februar bis 16. Februar

Die Fahrt nach Dunedin führte uns aus den Bergen wieder zurück an die Ostküste, vorbei an Timaru wieder nach Oamaru, wo wir tanken mussten. Der glatzköpfige Tankwart, ein knallharter Typ und bestimmt ein Harley Davidson Besitzer, bemerkte scharfsinnig, dass uns der Tankdeckel fehlt. Cécile schaute Marco, den Sünder, auch scharf an. Ihm dämmerte es, dass er den Deckel in Twizel, als er auch mit der Gasflasche beschäftigt war und Arwen eine 10 Minuten Krise hatte, liegen gelassen hatte. Aber Ausreden würden jetzt nichts bringen. Glücklicherweise konnten wir für 16 NZD einen Universaldeckel kaufen, der garantiert auf jeden Tank passt. Das war auch so, doch dummerweise blieb beim Herausziehen (Marco testete das natürlich) ein Teil im Tank stecken. Das hiess nun, dass der Harley Tankwart, ein fremder, cooler Ich-kann-alles-Typ, der gerade seinen Pick-Up Truck tankte, und Marco sich an die knifflige Aufgabe machen mussten, das Teil mit den verschiedensten, geeigneten Utensilien (Schraubenzieher, englischer Schlüssel, Beisszange) wieder aus dem Tank herauszuziehen. Der Ich-kann-alles-Typ machte schliesslich das Rennen und schaute mit überlegenem Lächeln in die Verliererrunde. Immerhin gab uns der Harley Tankwart das Geld für den kaputten Tankdeckel zurück und verwies uns zum nahe gelegenen Autofachgeschäft, Repco, wo wir einen passenden Tankdeckel fanden und anschliessend unsere Fahrt fortsetzen konnten.

Langersehnt erreichten wir am Nachmittag den Strand mit den Moeraki Boulders. Diese Steinkugeln wurden vor vielen Millionen Jahren auf dem Meeresboden aus Ablagerungen von Kalksalzen geformt und an Land gehoben. Das trübe Wetter verlieh der Szenerie ein faszinierendes, fast unheimliches Antlitz. Es wird uns unvergesslich bleiben.

Weiter auf unserem Weg und kurz vor Dunedin lag auch noch der Shag Point, auf der Karte vermerkt mit dem Zeichen für Seelöwen. Da wir den Campingplatz bereits vorreserviert hatten, entschieden wir uns für den Abstecher. Zum Glück!
Im Naturreservat war der kleine Schotterparkplatz leer, ein schmaler Trampelpfad führte über Klippen ans Meer. Plötzlich standen wir nur wenige Meter über einer riesigen Seelöwenkolonie. Es war unbeschreiblich!
Von einem anderen Platz aus konnten wir auch noch einen seltenen, einsamen Gelbaugenpinguin beobachten.
Kaum waren wir zurück im Auto, fing es auch schon an zu regnen. Reich an neuen Erlebnissen nahmen wir die letzten Kilometer zu unserem neuen Rastplatz unter die Räder.

14. Februar, Valentinstag und vor allem Geburtstag von Arwen (sie wurde 4 Jahre alt)! Wir hatten Gotti, Götti, Grosseltern sowie Tante und Onkel darüber informiert, dass wir an Arwens Geburtstag um 9 Uhr Ortszeit (21 Uhr am 13. Februar Schweizer Zeit) via Skype erreichbar sein würden. Gotti und Götti richteten extra zu diesem Anlass Skype ein, vielen Dank! Es war toll, Eure, Onkel Danis und Grossmami Annemaries Stimmen zu hören.

Arwen hatte bescheidene 11 Wünsche für den Tag (z.B. skypen, Finger- und Fußnägel lackieren, auf den Spielplatz gehen, Füsse ins Meer strecken, Geburtstagskuchen mit Kerzchen, Geburtstagsgeschenk, Spaghetti am Abend und weitere), die wir zu erfüllen versuchten. Also gings dann bald los in den Supermarkt, um den Geburtstagskuchen (aus Schokolade natürlich!) zu kaufen und danach an den herrlichen Strand von Dunedin. Arwen hüpfte und tanzte glücklich am Meer entlang und verbrachte einen tollen Tag. Nach dem Auspacken ihres Feenkleidchens war sie sowieso über allen Wolken…

Am darauf folgenden Tag wollten wir aber unbedingt noch die vor Dunedin liegende Halbinsel, die Otago Peninsula, erkunden. Das hügelige Terrain war eine Herausforderung, belohnte uns aber mit der einen und anderen phänomenalen Aussicht.

Das New Zealand Marine Studies Centre and Aquarium vermittelte uns dann einen Überblick über die heimischen Tiere im und am Wasser, wobei der Hit der so genannte Touchpool war, wo die Kinder (und auch Cécile und Marco) Seesterne, Seeigel, Muscheln und Co. berühren durften.

Danach ging es an den äussersten Punkt der Halbinsel, die Taiaroa Heads, bekannt als einzige Festlandkolonie der Königsalbatrosse. Auch wenn wir nur aus der Ferne sahen, wie die majestätischen Vögel die Gunst der Küstenwinde nutzten, so konnten wir ihre Grösse doch sehr gut erahnen (3 Meter Flügelspannweite).

Eine kleine Episode, die sich auf dem Campingplatz zu Dunedin zugetragen haben soll, kann hier wohl nicht verschwiegen werden. Mit bester Absicht wollte Marco dumpen (Toilette entleeren) und gut schweizerisch auch noch den Deckel waschen, als dieser durch den Strahl des Wassers aus der feinen Balance gebracht wurde und ins (betonierte!) Abwasserloch kullerte. Marco stellte sich schon vor, wie der Deckel das ganze Abwassersystem des Campingplatzes verstopft und Grund und Boden aufgemeisselt werden muss. Nach seiner Beichte an der Reception wurde er mit einer überdimensionierten Greifzange ausgerüstet. Mit feinem Händchen (auch dies muss erwähnt werden!) gelang es Marco, den Deckel zu fassen und aus dem Loch zu ziehen. Glücklich und auch ein wenig stolz fluchte er ein paar unverständliche Worte über Deckel in seine Bartstoppeln und zog von dannen…

 

 

Catlins

16. Februar bis 18. Februar



Nachdem wir ein vorzügliches Morgenessen im Nova Cafe in Dunedin genossen hatten, führte uns der Weg in die Catlins, ein Gebiet mit einzigartiger Natur, die oft nur über Schotterpisten zugänglich ist.

Nachdem wir ein vorzügliches Morgenessen im Nova Cafe in Dunedin genossen hatten, führte uns der Weg in die Catlins, ein Gebiet mit einzigartiger Natur, die oft nur über Schotterpisten zugänglich ist.

Der Nugget Point, ein Naturschutzgebiet mit malerischem Leuchtturm, welcher nach kurzem Fussmarsch erreichbar ist, begeisterte uns mit atemberaubender Aussicht auf Klippen und Meer.

Das Reisen in den Catlins ist anstrengend und so nahm wenig später denn auch nur Marco den Fussmarsch zu Jack’s Blowhole unter die Füsse, entschädigt durch das gewaltige Tosen des Wassers, wenn es durch den Druck der Brandung in einen Gesteinskamin gedrängt und an die Erdoberfläche befördert wird.

Unser Nachtlager dann konnte gar nicht besser sein. Nach der Abzweigung von der Hauptstrasse führte eine Piste rund 15 Minuten über bewaldete Hügel an den abgelegenen Strand von Purakaunui Bay.

Morgen, 17. Februar, Vorhänge auf und wir sehen nur Strand und Meer! Die Kinder genossen den Spaziergang im Sand, bevor es weiter ging zu den Purakaunui Falls. Ein schöner Spaziergang führte durch den Wald an die Wasserfälle.

Danach machten wir Halt bei der Lost Gypsy Gallery in Papatowai. Verrückt, ein Surfer in einem zum Museum umgebauten Bus bastelt an Kuriositäten, insbesondere Aufziehspielzeug, herum und lädt zu einer aussergewöhnlichen Ausstellung ein. Wir alle genossen die Abwechslung.

20 km weiter dann gelangten wir an die Porpoise Bay und die Curio Bay. Auf einem Plateau zwischen den beiden Buchten befand sich unser Campingplatz, mit unbeschreiblicher Aussicht.

Curio Bay ist einerseits bekannt für versteinertes Holz, andererseits für die Pinguine, die beobachtet werden können. Nach dem Abendessen legten wir uns denn auch bis lange nach dem Eindunkeln auf die Lauer und sahen einige Gelbaugenpinguineltern, die nach dem erfolgreichen Fischen im Meer mit Nahrung zu ihren Kindern zurückkehrten.

 

Am nächsten Tag auf unserem Morgenspaziergang entlang des Strandes der Porpoise Bay sahen wir Hector Delphine, die zusammen in den Wellen spielten. Was für ein Glück!

Wir waren nun nahe am südlichsten Punkt der Südinsel. Obwohl das Benzin knapp und das Wetter immer schlechter wurde, liessen wir uns nicht abhalten, Fuss auf den Slope Point (5140 km vom Äquator, 4803 km vom Südpol entfernt) zu setzen, bevor wir weiter Richtung Westen zogen.

 

Fjordland - Manapouri, Te Anau und Milford Sound

18. Februar bis 21. Februar

 

Der Fiordland National Park ist der grösste Nationalpark Neuseelands mit der urtümlichsten, unberührtesten Natur. Die Fahrt am 18. Februar ins Fjordland führte uns über Invercargill, Winton, Lumsden und Mossburn nach Manapouri, am gleichnamigen See gelegen und Ausgangspunkt für Touren zum Doubtful Sound. Die Reise war lange und wir waren froh, endlich unser Nachtlager am Waiau River gefunden zu haben. Der Fluss war Drehort für Szenen aus Lord of the Rings (The Fellowship of the Ring - Erster Abschnitt der Bootsfahrt der Gefährten auf dem River Anduin) und es war speziell für uns, diesen Ort in natura zu sehen.

Am Samstag, 19. Februar, legten wir einen ruhigeren Tag ein. Auf dem Weg nach Te Anau machten wir einen Stopp beim Te Anau Wildlife Centre, wo wir einen der seltensten Vögel, den Laufvogel Takahe, sehen konnten. In der Stadt dann tätigten wir Einkäufe, planten die weitere Reise und assen zu Abend im Settlers Steakhouse. Danach fuhren wir bereits ein Stück Richtung Milford Sound und übernachteten auf einem Campingplatz des DOCs (Department of Conservation).

Die Stichstrasse von Te Anau zum Milford Sound, dem spektakulären Fjord an der Westküste, ist 120 km lang, führt an den Mirror Lakes vorbei, über einen Pass und durch den Homer Tunnel, der einspurig (meistens jedenfalls, wie wir auf dem Rückweg erfahren mussten), schmal, schnurgerade, stark abfallend und dunkel wie ein Loch ist. Wir waren erleichtert, als wir in Milford Sound ankamen und unser Schiff besteigen konnten, das uns durch den Fjord fuhr. Der Himmel war grau, doch die steilen Berghänge, die direkt aus dem Meer aufsteigen, die Wasserfälle und die Vegetation beeindruckten uns gewaltig.

Abendessen kochten wir im Camper noch in Milford Sound, bevor wir wieder ein Stück zurück fahren wollten. Die Strassen waren leer, als wir losfuhren, fing es an stark zu regnen und Dunkelheit legte sich langsam auf die Berghänge. Der Motor des Campers heulte, als wir die steilen Hänge gegen den Homer Tunnel hochkrochen, links und rechts von uns regneten immer mehr Sturzbäche über die Felsen herab ins Tal. Es war gespenstisch. Hoffend auf den 1219 m langen Tunnel, der uns auf die geschütztere, andere Seite bringen würde, gähnte vor uns dann das schwarze Loch. Doch das Lichtsignal, das noch am Tage treu den Verkehr einspurig geregelt hatte, war ausgeschaltet. Auf einem Schild konnten wir lesen, dass der Tunnel nur bis 18 Uhr einspurig sei. Trotzdem nichts wie rein, auch wenn die Tunnelbeleuchtung dimm war, es würde bestimmt niemand entgegen kommen. Dann in der Ferne ein Licht, das sich bewegte, oder nicht? Würde der Fahrer beim Eingang auf der anderen Seite des Tunnels warten? Bestimmt nicht, die zwei Punkte wurden grösser und Marco überlegte sich, ob ein Kreuzen in der Röhre mit unserem grossen Camper überhaupt möglich war, denn die Tunnelwände an den Seiten krümmten sich sehr bald über der Fahrbahn. Das Auto kam näher, durchatmen, abbremsen und vorbeizirkeln… kreuzen war knapp möglich.

 

  

 

Queenstown und Umgebung

21. Februar bis 25. Februar

 

Unser nächstes Ziel hiess Queenstown, spektakulär am Lake Wakatipu gelegen mit Sicht auf die Bergkette Remarkables. Diese Stadt bietet eine riesige Auswahl an sportlichen und verrückten Aktivitäten, von Mountain Biking über Bungy Jumping bis hin zu Jetboot fahren. Im Weiteren befinden sich in der Umgebung Queenstown diverse Drehorte für Szenen aus Lord of the Rings, von denen wir als ‘Fans’ einige sehen wollten.

Die Fahrt führte uns also aus dem Southland in die Provinz Otago, über Ebenen mit Tussockgras und abgerundete Hügelkuppen an den schönen, türkisfarbenen Lake Wakatipu. Gemäss einer Maori Legende ist der See das ‘Loch des Riesen’, das entstand, als ein mutiger Jüngling den bösen Riesen im Schlaf anzündete, um seine Geliebte zu retten.

Die Strasse von Kingston nach Queenstown entlang des Sees war schlecht und kurvenreich und nach deren Bewältigung überraschten wir die Kinder mit dem Besuch einer Badelandschaft, wo sie sich so richtig austoben konnten. Für Cécile und Marco gab es ein kleines Spabad mit heissem Wasser, das den steifen Gelenken und verspannten Muskeln gut tat.

Das Nachtlager hatten wir ein bisschen ausserhalb von Queenstown, am Twelve Mile Delta direkt am See aufgeschlagen. Erst nach der weiteren Lektüre unseres Lord of the Rings Location Guidebooks wurde uns klar, dass wir sozusagen in Ithilien (The Two Towers - Frodo und Sam sehen Olifanten und beobachten wenig später den Kampf Faramirs und seiner Gefolgschaft gegen die Menschen aus Harad; Gollum und Sam debattieren über die beste Art, Hasen zuzubereiten; Gollum fängt Fisch im verbotenen Pool) übernachtet hatten. Die Drehorte wollten wir uns am Morgen natürlich ein wenig genauer ansehen und wir hatten Glück, dass wir eine Lord of the Rings fanatische Schwedin trafen, die das Gebiet schon am Vorabend durchkämmt hatte und an deren Fersen sich Marco heften konnte. Es ging hinein in den Wald, dem Flusscanyon entlang und plötzlich lag der verbotene See vor uns, es war augenscheinlich und eindrücklich, wie auch wenig später der Besuch der anderen Orte.

Auf den Geschmack gekommen entschieden wir uns, weiter nach Glenorchy zu fahren, wo in der abgelegenen Natur weitere Filmszenen gedreht worden waren. Die Routeburn Track Road führte uns durch das Gebiet, wo Isengard (Alle drei Lord of the Rings Filme - Sarumans Wirkstätte mit dem Turm Orthanc) mit viel Technik inszeniert wurde zu einem idyllisch gelegenen Campingplatz am Rande eines Waldes, der Lothlórien (The Fellowship of the Ring - Heimat der Waldelben) Gestalt gab. Es hätte rund um Glenorchy noch viel mehr im Zusammenhang mit der Trilogie zu entdecken gegeben, doch die Zeit war leider beschränkt.

Die Landschaft war einzigartig und da wir noch mehr sehen wollten, entschieden wir uns, für die Nacht den DOC Campingplatz am Kinloch direkt am Ende des Lake Wakatipu anzusteuern. Weitere Kilometer auf der Schotterstrasse mit neckischen Querrillen rüttelten uns durch. Kühn parkierte Marco das Gefährt mit dem Heck gegen den See, nur ca. 2 m vom Wasser entfernt. Die Wellen brandeten gegen das Ufer und Marco schreckte in dieser Nacht einige Male aus dem Schlaf auf und sah nach, ob nicht etwa der Camper mit Familie Baumann auf dem Lake Wakatipu schaukelte.

Wir hatten nun 5 Nächte entweder Freedom Camping gemacht oder auf Campingplätzen des DOC übernachtet. Wir legten heute am grossen Campingplatz in Queenstown an, welcher uns eine Basis mit Strom, Waschgelegenheit und Internetzugang bot. Der Blog umfasste erst wenige Zeilen (vor allem wegen der schlechten Internetverbindung via das Mobilfunknetz) und dies wollten wir ändern.

Arwen und Luan tummelten einige Zeit auf dem Spielplatz, bevor wir gegen Abend die Skyline Gondola bestiegen. Bob’s Peak versprach einerseits eine fantastische Aussicht auf Queenstown, den Lake Wakatipu und die Remarkables, andererseits eine Fahrt auf der Sommerrodelbahn. Die Aussicht war tatsächlich atemberaubend, das Rodeln der Event für die Kinder, die zusammen mit den Eltern jauchzten, als sie auf den kleinen Wagen die Strecke runter jagten.

Fürs Abendessen hatten wir uns ein kinderfreundliches, japanisches Restaurant ausgesucht und wir genossen Miso Soup, Sushi, Udon Noodle Soup und Tempura, trotz eines kleinen Wutanfalls von Luan zu Beginn des Essens…

Am Donnerstag, 24. Februar, wollten wir das mondäne Queenstown geniessen. Eine grosse Treppe führte vom Campingplatz hinab ins Städtchen und diesmal war es an Arwen, eine Szene zu machen. Sie wollte partout, dass Marco sie die Stufen hinunterträgt, Marco aber wollte, dass Arwen selbst geht. Also setzte Papi sich auf eine Bank unten an der Treppe während Arwen oben schrie und weinte. Die vielen Leute, die vorbeikamen, schätzten die Lage wie folgt ein: “Da ist ein kleines, herziges Mädchen, das sich nicht getraut, die steile Treppe runterzusteigen. Unten sitzt der coole, sportliche Papi, der sein Töchterchen dazu zwingen will.” Man kann als Eltern in solchen Momenten nur verlieren! Übrigens, Cécile hatte sich mit Luan schon längst aus dem Staub gemacht und beobachtete die Situation aus sicherer Distanz, ohne mit Arwen und Marco in Verbindung gebracht zu werden. Als es für Marco fast unerträglich wurde, halb Queenstown ihn als knallharten, unfairen Papi kennen gelernt hatte, schlug er Arwen einen Kompromiss vor: Marco trägt Arwen ein paar Stufen, dann geht sie selber weiter. Es funktionierte und den restlichen Tag verbrachten wir in Läden, Cafés und auf Spielplätzen.

 

 

Westküste - Fox und Franz Josef Gletscher, Hokitika und Shantytown
25. Februar bis 28. Februar

 

Die Reise an die schöne und wilde Westküste der Südinsel sollte uns über Arrowtown, Wanaka und den Haast Pass führen.

Arrowtown, ein schmuckes, ehemaliges Goldgräberstädtchen, lockte uns mit einer weiteren Lord of the Rings Lokation, dem Fluss vor Rivendell (The Fellowship of the Ring - Arwen flüchtet mit dem auf der Wetterspitze verletzten Frodo vor den Nazgûl über den Fluss in ihre Heimat Rivendell). Marco liess es sich nicht nehmen, seine Hand in das Elbenwasser zu tauchen.

Etwas weiter auf unserem Weg führte eine alte Brücke über den in einer tiefen Schlucht verlaufenden Kawarau River. Es ist dies der Ort, wo A.J. Hackett, Erfinder des kommerziellen Bungyspringens, sein Mutproben-Imperium begann. Die Kinder waren fasziniert von den Mutigen, die sich von der Brücke in die Tiefe stürzten. Als ich sie fragte, ob sie auch springen wollen, antwortete Arwen klar mit “Nei!“, Luan aber sagte “Ja, mit em Papi!”, stand auf und wollte los. Zum Glück hatte Papi eine gute Ausrede bereit: “Weisch, Du bisch no es bizli chlii, Du dörfsch gar no nöd gumpe!“ Die ganze Zeit über lag Luan uns dann noch in den Ohren mit “Ich wött au gumpe!”.

Im Canyon des Kawarau Rivers wurde aber auch für Lord of the Rings die Szene mit den Säulen der Könige (The Fellowship of the Ring - Die Gefährten paddeln in den Elbenbooten auf dem Fluss Anduin an den riesigen Steinsäulenabbildern von Isildur und Anárion vorbei) gedreht. Ein eindrücklicher Ort.

Über die Crown Range Route gelangten wir nach Wanaka, ein sehr gepflegtes Städtchen am gleichnamigen Gletschersee. Das Wetter war superb und die Kinder vergnügten sich am Ufer des Sees, bevor wir Puzzling World besuchten. Die ‘Ausstellung’ ist darauf aus, durch geneigte Räume, verzerrte Perspektiven und ein Labyrinth die Sinne zu verwirren, was vollauf gelang.

Eine sehr schöne Alpenstrasse entlang der Gletscherseen Lake Hawea und Lake Wanaka (Nordteil) und dann über den Haast Pass brachte uns ein grosses Stück näher an die Westküste.

An der Westküste regnet es meistens, dies berichteten unsere Reiseführer. Welch herrlich schöner Tag begrüsste uns aber heute Samstag. Als wir die Küste erreichten, machten wir einen ausgedehnten Halt am Ship Creek, wo uns zwei abwechslungsreiche Spazierwege, einer in den nahen Kahikatea Wald und der andere zu Dünen und kleinen Seen am Strand, einen ersten Eindruck der neuen Region vermittelten. Wiederum sahen wir nahe am Ufer Hector Delphine, leider aber waren Céciles Versuche, die Luftsprünge der Säuger auf Bild zu bannen, ziemlich erfolglos.

Am Nachmittag wollten wir aber endlich Fox, den ersten der beiden Gletscher sehen, der durch tiefgrünen, prachtvollen Regenwald bis auf 300 m Seehöhe fliesst. Dass wir immer wieder vom ‘Gletscher’ sprachen, beunruhigte Luan ein bisschen und er fragte: “Gäll, de Gletscher macht eus nüüt!? Isch en Liebä!?“ Darauf Arwen: “Luan, dä Gletscher isch nöd en Mänsch!“ Am Fox dann brachte uns eine kurze Wanderung nahe an den Gletscher, wo wir ein paar schöne Fotos knipsen konnten.

Das Plateau Restaurant, ein Tipp aus dem Reiseführer Lonely Planet, verwöhnte uns am Abend unter anderem mit einem thailändischen Meeresfrüchtecurry, bevor wir noch an den Lake Matheson fuhren. Im idyllischen Seelein spiegelten sich bei fast wolkenlosem Himmel die beiden höchsten Berge Neuseelands, Mount Cook und Mount Tasman.

Schwierig wurde es, als wir nach der Weiterfahrt nach Franz Josef spät abends noch einen Stellplatz für unseren Camper suchen mussten. Im Hinterhof eines geschlossenen indischen Restaurants gesellten wir uns zu anderen Campern, obwohl im hinteren Teil des grossen Hauses Licht brannte. Wir schliefen mässig gut…

Auch den Franz Josef Gletscher wollten wir sehen und so ging es am nächsten Morgen wieder auf einen Parkplatz Richtung Gletscher und dann über einen steilen Weg auf eine Anhöhe hinauf. Von da aus sahen wir ein einmaliges Panorama, Berge, Gletscher und Regenwald!

Am frühen Nachmittag erreichten wir Hokitika, wo wir zuerst gemütlich zu Mittag assen und die Kinder auf zwei tollen Spielplätzen Energie loswerden konnten. Das Städtchen ist bekannt für die Verarbeitung der Nephrite Jade, die im nahen Arahura River geborgen wird. Seit Cécile das betreffende Kapitel im Reiseführer gelesen hatte, breitete sich dieses mysteriöse Verlangen nach einem Besuch der Jade Factory immer mehr aus. Bald schon standen wir auch im Laden und welch Wunder, mehrere Favoritenkettchen waren auch im Nu identifiziert. Nun nur noch entscheiden welches und die Zeit verging, und verging, und verging… Arwen half Mami mit der Entscheidung, war selbst aber untröstlich, als sie selbst ihr Lieblingskettchen nicht kaufen durfte.

Wir verbrachten den ganzen restlichen, sonnigen Tag am Strand von Hokitika. Die Kinder sammelten Muscheln und spielten im Sand, bevor wir auf einem Holztisch mit Meerblick zu Abend assen und der Sonne zuschauten, wie sie bald in der Tasmansee versank.

Eigentlich hatten wir uns unseren Übernachtungsort bereits ausgesucht, wir verpassten aber die Abzweigung zum DOC Campingplatz. Da wir auch bereits wussten, dass wir am kommenden Tag Shantytown besuchen wollten, fuhren wir in ebendiese Richtung weiter, in der Hoffnung, ein Plätzchen zu finden. Was folgte, war eine Odyssee die darin gipfelte, dass wir vor den verschlossenen Toren von Shantytown standen, ungläubig, dass man ein Städtchen abschliessen konnte. Wir mussten wieder eine Strecke zurück fahren und am Ende parkten wir auf einem Rastplatz an der Hauptstrasse, etwas abgeschirmt durch ein paar Büsche.

Gespannt fuhren wir am Montag, 28. Februar, erneut nach Shantytown, die Tore waren nun offen. Wir realisierten, dass Shantytown ‘nur’ aus der im Reiseführer beschriebenen, nachgebauten Stadt aus der Goldrauschzeit bestand, deshalb konnte man sie am Abend auch ohne Weiteres wieder abschliessen. Es war faszinierend, man fühlte sich in der Zeit zurück versetzt, denn die Gebäude waren bis ins Detail originalgetreu nachgebaut und eingerichtet. Hauptattraktion war eine Buscheisenbahn mit antiker Dampflok, die einen zu einer Sägerei aus dem 19. Jahrhundert und zu einem Platz, wo man Gold waschen konnte, fuhr. Natürlich mussten wir dies ausprobieren und tatsächlich schürften wir ein paar Mikroplättchen Gold, die wir in einem Glasfläschchen verpackt mitnehmen durften.

Ein bisschen weiter nördlich waren die Pancake Rocks unsere vorletzte Station an der Westküste. Erosion hat den Kalksteinfelsen die Gestalt von gestapelten Omeletts gegeben, das mussten wir einfach gesehen haben!

Ein bisschen wehmütig fuhren wir gegen Abend noch ans Cape Foulwind bei Westport und bereiteten unser Abendessen zu. Ein besinnlicher Abendspaziergang auf dem Weg über den Klippen zur Seehundkolonie bildete einen würdigen Abschluss für die Zeit an der Westküste.

Wir wollten unserer nächsten Destination, Umgebung Nelson und Marlborough, noch an diesem Tag etwas näher kommen, also steckten wir unsere Kinder in ihre Pyjamas und fuhren über die kurvigen Bergstrassen ins Landesinnere, bis spät in die Nacht hinein.

 

 

Nelson und Marlborough

1. März bis 7. März

 

Es war noch ein schönes Stück Fahrt entlang des Buller Rivers, durch den Kahurangi National Park und am Ende durch das Motueka Valley bis wir nach dem Mittag an der Tasman Bay ankamen. Nach intensivem Fahren freuten wir uns auf ein paar Tage ‘Ferien’ am Meer im sonnigsten Gebiet Neuseelands, das auch bekannt für seine vorzüglichen Weine ist. Natürlich mussten wir diesen Abschnitt entsprechend einläuten, wir folgten einem weiteren Restaurant Tipp aus dem Lonely Planet. Das Up the Garden Path, eine Kombination zwischen Restaurant und Gallerie, servierte uns einen super Seafood Chowder und Jakobsmuscheln, dazu genossen wir ein Gläschen Chardonnay und Sauvignon Blanc aus der Gegend. Nach dem Essen spielten unsere Kinder friedlich in einem Holzboot im Garten des Restaurants, so dass Cécile und Marco in aller Ruhe auch noch ein Dessert verdrücken konnten. Es war soo gemütlich…

 

Für drei Tage und Nächte wollten wir stationär bleiben. In Kaiteriteri, am Rande des Abel Tasman National Parks, hatten wir uns einen am goldenen Strand gelegenen Campingplatz ausgesucht, wo wir die Seele baumeln lassen konnten. Luan wurde leider am Mittwoch krank und konnte Strand und Meer nicht gleich geniessen wie Arwen, die vergnügt im Sand umherhüpfte. Cécile und Marco machten Wäsche, erledigten ein paar administrative Sachen und schrieben fleissig am Blog weiter, jeweils bis tief in die Nacht hinein.

Am Freitag, 4. März, verlegten wir unsere Basis von Kaiteriteri an die Momorangi Bay in den Marlborough Sounds. Die Sunde bestehen aus überfluteten Tälern und weisen zahlreiche Inseln und Halbinseln auf. Unser DOC Campingplatz lag in einer einsamen Bucht am Queen Charlotte Sound und bot nochmals Ruhe und Musse, bevor wir am Montag dann auf die Nordinsel überschiffen wollten.

 

Am Sonntag fuhren wir noch die wenigen Kilometer nach Picton, charmantes Hafenstädtchen. Leider war nun Arwen an der Reihe mit krank sein, sie musste sich übergeben. Danach war aber bald wieder alles bestens und schon beim vortrefflichen Frühstück im Gusto verdrückte sie zwei Bagels mit Cream Cheese.

Unser Spaziergang danach führte uns an die Seepromenade, wo gerade der Children Day gefeiert wurde. Perfekt natürlich, eine Band spielte, es gab verschiedene Stände und die Kinder vergnügten sich auf dem Spielplatz, durften mit der Minibahn eine Runde drehen und sich von einem Clown aus Ballonen ein Kätzchen (Arwen) und ein Schwert (Luan) machen lassen.

Am Nachmittag checkten wir im Holiday Park in Picton ein. Wir wollten noch die Blogzeilen und die Fotos ins Internet laden und so die Reise auf der Südinsel zu einem würdigen Abschluss bringen. Cécile machte sich sogleich an diese Arbeit und Marco hatte das Vergnügen, die Kinder in den geheizten (hahaha…) Pool zu begleiten. Nach Kurzem froren wir und konnten nicht widerstehen, den kleinen Spapool für eine halbe Stunde zu mieten, wo wir uns prächtig aufwärmen konnten. Danach gabs Abendessen und später lud Cécile noch viele Stunden Daten in den Blog.

 

 

Fährenüberfahrt und Wellington

7. März   

 

Unerbärmlich meldete sich der Wecker an diesem Montagmorgen, 7. März, und erinnerte uns an die bevorstehende, dreistündige Fährenüberfahrt von Picton nach Wellington. Es war ein strahlender Tag und das Gleiten durch die Marlborough Sounds ein Augenöffner. Auf dem offenen Meer (Cook Strait) hätten die Roaring Forties Luan und Marco fast von Deck gefegt, aber dem kleinen Bub hats trotzdem gefallen.

Für Wellington hatten wir uns einen schönen Plan zurecht gelegt, zuerst mit den Cable Cars zu den botanischen Gärten, dann herunterbummeln und schliesslich ins Museum Te Papa Tongarewa am Hafen. Voilà, so einfach die Theorie! Beim ersten Versuch, in die Innenstadt zu gelangen, führte uns die Strassensignalisation wieder auf die aus der Stadt ausfallende Autobahn, wo wir erst nach einigen Kilometern wenden konnten. Beim zweiten Versuch schafften wir es dann, konnten aber für unser fahrendes Hotel keinen Parkplatz bei der Talstation der Cable Cars finden. Es kam aber noch besser, beim Versuch, in einer Sackgasse zu wenden, war die schöne, beleuchtete Werbetafel des Hotels City Life im Wege. Nur ein wenig touchiert und schon war das Plexiglas kaputt (was für eine Qualität…)! Marco war es ein bisschen peinlich, der Manager des Hotels aber war nett und bei spendiertem Kaffee und Schokolade liess sich die Sache bereinigen.

Nach diesem Vorfall gaben wir den Teilplan mit den Cable Cars auf und konnten nahe des Museums Te Papa Tongarewa parkieren. Das Museum war riesig, die Ausstellungen, die wir in der kurzen Zeit bis zur Schliessung besuchen konnten (Tierwelt Neuseelands, Maori Kultur), sensationell. Gerne wären wir noch länger geblieben.

Wir hatten neuen Mut gefasst und wollten auf dem Mount Victoria, dem Hausberg Wellingtons, zu Abend essen. Dort gab es auch wieder ein paar Lord of the Rings Lokationen zu sehen. Je höher wir am Hausberg aber kamen, desto steiler, enger und unübersichtlicher wurden die Strassen, bis sie in einer engen Kurve schliesslich nur noch einspurig war. Zweimal nahmen wir wegen entgegen kommenden Fahrzeugen vergeblich Anlauf, um den ‘Rank’ zu kommen (das zweite Mal war plötzlich ein Linienbus vor uns aufgetaucht) und auch danach irrten wir in den Hügeln Wellingtons umher, ohne unserem Ziel näher zu kommen. Es war nicht unser Tag, wir nahmen die Zeichen wahr und verliessen die Hauptstadt Neuseelands und fuhren gegen Norden, Richtung Mount Taranaki.

 

 

Mount Taranaki

8. März 

 

Wir waren am Tag zuvor bis spät unterwegs gewesen und hatten schliesslich einen DOC Ruheplatz in Manakau gefunden. Dementsprechend spät nahmen wir die Reise an diesem Tag wieder auf.

In Wanganui hielten wir für ein Picknick im Queenspark, bevor wir in den Nordwesten weiter fuhren. Dann, nach einigen Kilometern mehr, tauchte in der Ferne unwirklich seine Majestät auf, der Vulkan Mount Taranaki, schneebedeckt, fast perfekt symmetrisch in den Himmel ragend und mit eigenem Wolkenkrönchen.

Einer Maorilegende zufolge gehörte Mount Taranaki zu einem Stamm von Vulkanen im Zentrum der Nordinsel. Er wurde von da aber vertrieben, nachdem er mit der wunderschönen Pihanga, dem Vulkan in der Nähe des Sees Taupo und Geliebte des Mount Tongariro, erwischt wurde. Als er nach Süden zog, hinterliess Taranaki eine grosse Narbe in der Erde, durch die heute der Whanganui River fliesst. Schliesslich liess er sich im Westen an seinem heutigen Standort nieder, an dem er in Einsamkeit steht, sein Gesicht hinter einer Wolke aus Tränen versteckt.

Die Strasse hinauf am Osthang des Mount Taranaki glich einer schmalen Schneise, die aus Buschland herausgehauen worden war. Als wir an deren Ende auf einem riesigen Parkplatz ausstiegen, die einzigen Menschen weit und breit, war es eisig kalt, obwohl die Sonne gerade noch knapp über den Vulkankegel auf unser Gesicht schien. Die Stimmung war mystisch und der Blick hinunter auf die Ebene unbeschreiblich schön. Wir entschieden uns, hier unser Abendbrot zu essen und dann noch ein wenig weiter zu fahren.

Bald schon nach Stratford bekamen wir das Schild mit folgender Aufschrift zu Gesicht: Forgotten World Highway. Na wunderbar, die nächste Stunde versprach also Spannung, und so war es denn auch. Die Strasse wand sich um die vielen Hügel, hinauf auf Anhöhen, hinunter in Täler. Neben dem Asphalt verliefen oft Geleise einer Eisenbahn, die wir nie sahen. Immer wieder stellten sich uns Hindernisse in den Weg, zuerst eine Ratte, dann schon etwas grösser ein Opossum, schließlich eine Kuh mit ihrem Kalb und zuletzt ein Truck mit Anhänger, der plötzlich aus der Dunkelheit um eine Kurve gebraust kam. Es war unheimlich und wir waren äusserst froh und dankbar, als der Wirt in der Kneipe in Whangamomona uns in den Campingplatz einwies und wir uns ins Bett fallen lassen konnten. Die Kinder übrigens waren schon längst friedlich eingeschlafen und hatten von alledem nichts mitbekommen.

 

 

Tongariro National Park und Taupo mit Umgebung

9. März bis 11. März

 

Als wir aufwachten sahen wir, wie schön der Campingplatz auf ehemaligem Schulgelände gelegen war, auf einer Ebene, eingekesselt von grünen Hügeln, auf denen Schafe weideten. Hinter unserem Camper ass ein Pferd friedlich ein paar Büschel Gras, was Luan mit “Lugämalä dä Ross, dää!” kommentierte. Arwen war gleich Feuer und Flamme für den Spielplatz.

Nach gemütlichem Morgenessen gings dann also weiter auf dem Forgotten World Highway. Es war ein phantastisches Erlebnis, durch die Hügellandschaft und später auf Schotterpisten durch Urwald zu fahren, über schmale Brücken und durch dunkle, einspurige Tunnels.

Unser Ziel, den Tongariro National Park mit seinen drei aktiven Vulkansystemen (Mount Tongariro, Mount Ngauruhohe, Mount Ruapehu), erreichten wir erst am späten Nachmittag. In Whakapapa, am Fusse des Ruapehu gelegen, reichte es aber noch für einen kleinen Spaziergang entlang des kleinen Vulkanflüsschens.

Das steinige Gelände rund um den Mount Ruapehu war ideal, um in Lord of the Rings das Land Mordor auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. Diverse Szenen wurden hier gedreht (The Fellowship of the Ring - Prolog zum Film mit Schlacht um Mittelerde am Ende des zweiten Zeitalters; The Two Towers - Emyn Muil, wo Frodo und Sam einen Weg zum schwarzen Tor suchen und später Gollum fangen; The Return of the King - Schicksalsberg, wo Frodo und Sam hinaufkrakseln und der eine Ring schließlich vernichtet wird). Eine Sesselliftfahrt über Lavagestein brachte uns sozusagen nach Mordor. Die Aussichten waren atemberaubend und die Kinder liebten den Nervenkitzel auf dem Lift.

Nächste Station war die Stadt Taupo, am gleichnamigen See gelegen, welcher der Grösste in Neuseeland ist. Als wir den See erreichten, glitzerten die Sonnenstrahlen auf dem tiefblauen Wasser und wir konnten nicht umhin anzuhalten und legten eine kleine Pause ein.

Die Gegend hat sehr viel zu bieten und in der Stadt angekommen mussten wir uns zuerst etwas genauer informieren, um uns dann einen Plan zurecht legen zu können. Für den heutigen Tag hiess das noch Baden am Hot Water Beach, wo der Sand aufgrund thermischer Aktivitäten warm bis heiss war, und schließlich Abendessen im gediegenen The Brantry Restaurant. Die Kinder machten prima mit, will heissen benahmen sich tadellos und assen uns die delikaten Speisen, vor allem die Calamaresringli, vom Teller.

Speziell war auch unser nächtlicher Stellplatz. Als wir über das grosse ‘Freedom Camping’ Areal am Ufer des Waikato Rivers blickten kam uns unweigerlich Woodstock in den Sinn.

Arwen durfte diese Nacht bei Marco im Alkoven Bett schlafen und sie war ganz schön ‘aus dem Häuschen’. Bis ziemlich spät schauten die Beiden durch das kleine, runde Alkovenfensterchen in den klaren Nachthimmel zu den funkelnden Sternen.

Für diesen Freitag hatten wir uns einiges vorgenommen und waren somit zeitig unterwegs zu den Huka Falls. Es war beeindruckend, wie die türkisfarbenen Wassermassen des Waikatao sich zuerst durch eine schmale Schlucht drängen, um schließlich über eine 12 m hohe Felswand zu stürzen.

Nächster Stopp waren die Craters of the Moon. Ein knapp stündiger Weg führte uns durch ein thermisches Gebiet mit heissen, blubbernden Quellen. Die Krater waren ein seltsamer Anblick, gepaart mit dem Geruch von faulen Eiern fühlte man sich in die Unterwelt versetzt.

Wir hatten uns lange überlegt, ob wir auch noch den Orakei Korako Thermal Cave & Thermal Park besuchen wollen, zum Glück entschieden wir uns dafür. Ein Boot brachte uns über den Lake Ohakuri zum eigentlichen Thermalgebiet, wo ein Weg überwiegend über einen Holzsteg verlief. Die farbenprächtigen Quarzterrassen, die Geysire und die Ruatapu Cave waren einfach einmalig und etwas vom Beeindruckendsten, das wir in Neuseeland sahen.

Am Nachmittag wollten wir eigentlich noch die Aratiatia Rapids, die Stromschnellen des Waikato, besuchen. Leider verpassten wir den letzten Tagestermin um 16 Uhr, wenn die Schleusen des Kraftwerks nochmals für 30 Minuten geöffnet werden und das Wasser die Schlucht flutet. Es gab aber auch ohne viel Wasser ein paar eindrucksvolle Fotos der Rapids.

Unser Abenteuer sollte uns nun an die Ostküste der Nordinsel führen. An diesem Abend fuhren wir noch die rund 150 km bis kurz vor Napier, wo wir einen guten Schlafensplatz nahe des Meeres fanden.

 

 

Ostküste - Napier und Gisborne

12. März bis 13. März

 

Napier ist ein hübsches Städtchen an der Hawke’s Bay. Als 1931 fast sämtliche Häuser durch ein starkes Erdbeben zerstört worden waren, wurde Napier schöner, im damals neuesten Stil des Art Déco, wieder aufgebaut. Dies verleiht dem Städtchen heute Charme, den auch wir zu spüren kriegten. Nach einem super Frühstück im Café Ujazi (wir probierten das erste Mal rewana, traditionelles Maori Brot) genossen wir einen schönen Tag in den Strassen und Parks von Napier, bevor wir weiter zogen.

Die Strasse führte uns zunächst entlang der Hawke’s Bay und dann ins Landesinnere in die Maungaharuru Range nach Wairoa. Es war Zeit für eine Pause und Abendessen. Beim Asiaten konnten wir eine ganze Platte mit Köstlichkeiten zusammenstellen und an den Fluss mitnehmen, wo zusätzlich ein Spielplatz für Freude bei Arwen und Luan sorgte.

Wir wollten auf der Mahia Peninsula übernachten, also mussten wir noch ein Stück weiter. Langsam brach die Nacht herein und machte es uns nicht gerade einfach, auf den kleinen, abgelegenen Strassen entlang des Meeres ein Plätzchen zu finden. Da an den guten Orten überall ein Schild mit der Aufschrift ‘No Camping’ stand, parkierten wir unser Vehikel mangels Alternativen schliesslich 10 m neben einem solchen Schild (juristisch wohl eine Grauzone…).

An diesem Ort bricht jeder neue Tag als erstes an und so kamen wir in den Genuss, als erste die Sonnenstrahlen dieses Sonntags, 13. März, zu sehen. Nach dem Frühstück wollten wir eine Abkürzung Richtung Gisborne einschlagen, doch die Strasse wurde immer schmaler, zur Schotterpiste und schliesslich für unser Gefährt unpassierbar. Die gute Seite war, dass wir dadurch mehr von der schönen Halbinsel zu Gesicht bekamen.

Gisborne war nicht weit weg und bald schon sassen wir im Café Verve für ein kleines Zmittag, bei einem Glas Weisswein aus der Gegend und bei Livemusik einer kleinen, lokalen Band. Was will man mehr? Arwen war hin und weg und verliebte sich in den langhaarigen Gitarrenspieler. Sie erklärte uns, dass sie ihn, sobald sie 5 Jahre alt sei (vernünftig, nicht sogleich…), heiraten und in die Schweiz mitnehmen wolle. Bitte haltet also sicherheitshalber einmal den Mai 2012 frei für die Hochzeit.

Auf einem Abenteuerspielplatz und am schönen Strand konnten sich die Kinder so richtig austoben. Es fiel uns diesen Abend schwer, die Stadt schon wieder gegen Norden verlassen zu müssen, aber noch viele Abenteuer warteten auf uns.

 

 

Bay of Plenty - Matata

14. März bis 15. März

 

Den Abend zuvor waren wir aus Gisborne noch ein gutes Stück ins Landesinnere gefahren und hatten schliesslich auf dem Manganuku DOC Campingplatz übernachten können. Die Fahrt führte nun weiter über Opotiki und Whakatane, wo wir uns gehörig verirrten, nach Matata an der Bucht des Überflusses. Der Campingplatz (wiederum vom DOC) war nur durch eine grasbewachsene Düne vom Meer abgeschirmt. Die Einladung nahmen wir gerne an, stürzten uns in unsere Badesachen und staunten über den schönen Strand. Später freundeten sich Arwen und Luan mit Grace an und die drei vergnügten sich auf dem Campingplatz den ganzen Abend bis es dunkel wurde.

 

 

Rotorua

15. März bis 17. März

 

Schon die Anfahrt nach Rotorua an diesem Dienstag, 15. März, war spektakulär. Sie führte uns an vier der insgesamt zehn Seen der Umgebung vorbei. Rotorua selbst empfing uns mit dem für die Stadt eigenen Schwefelgeruch. Es war faszinierend, überall die Rauchschwaden von dampfenden Thermalquellen und brodelnden Schlammtümpeln zu sehen. Die andere interessante Seite von Rotorua sind die Maori, die 35% der Bevölkerung ausmachen und diesen Ort verehren.

Wir hatten Eintrittskarten für das Whakarewarewa Thermal Village gekauft, wo schon seit Hunderten von Jahren Maoris leben, deren Vorfahren ihr Heim beim Ausbruch des Vulkans Tarawera verloren hatten. Wir waren angetan von der kulturellen Vorführung der Maoris und Luan lernte das Fürchten beim Kriegstanz der Maori, dem haka, wo die Männer die Zunge weit herausstrecken und ‘gfürchig‘ mit den Augen rollen. Eine Einheimische führte uns anschliessend durch das Dorf und erklärte uns, wie die Einwohner die thermischen Quellen im täglichen Leben nutzen (baden, kochen, heizen). Später sahen wir uns auch noch den Ausbruch des Pohutu, des grössten Geysirs des Landes an (30 m Fontäne).

Für die Übernachtung hatte Cécile ein Juwel gefunden, ein kleiner DOC Campingplatz direkt am idyllischen See Okareka. Es war fast kitschig, wie am Abend die schwarzen Schwäne über den stillen See glitten.

Wir waren in der Nähe der nebeneinander gelegenen Seen Tikitapu und Rotokakahi, auch blauer und grüner See genannt und auf jeden Fall mussten wir uns heute Mittwoch vergewissern, ob dies mit den Farben auch stimmte. Das tat es und wir waren beeindruckt ob der Verschiedenheit.

Nun ging es wieder einmal auf einen voll ausgestatteten Campingplatz, Cozy Cottage, wo wir (das hoffentlich letzte Mal) waschen mussten. Das Wasser der zur Anlage gehörenden thermischen Hotpools pflegte anschliessend auch unsere Hülle und wärmte unsere Körper.

 

 

Matamata

17. März

 

Als echte Herr der Ringe Fans führte kein Weg an Matamata mit der Filmlokation Hobbingen, der Heimat der Hobbits (The Fellowship of the Ring - Beginn des Films mit dem Besuch Gandalfs bei Bilbo und den Hobbits sowie dem anschliessenden Geburtstagsfest Bilbos), vorbei. Auch Arwen und Luan waren neugierig auf die ‘Hobbitsli’ und konnten es kaum erwarten. Im Vorfeld hatten wir von Reisenden gehört, dass man eigentlich wenig sähe und nun bei den Hobbitshöhlen Schafe weideten. Wir wiederum schöpften Hoffnung, da Peter Jackson offenbar mit den Dreharbeiten zu ‘Der Hobbit’ beginnen wollte.

Wir fuhren also aufs hügelige Gelände hinaus, wo wir in einem gemütlichen Café die Tickets kauften und in Pippin-Manier ein ‘Second Breakfast’ zu uns nahmen. Auf einer Liste mussten wir mit unseren Unterschriften versichern, dass wir keine der Fotos, die wir schiessen durften, auf öffentlichen Netzwerken (inkl. Blogs) zugänglich machen werden. Sorry also Leute, denn was wir zu sehen bekamen, übertraf bei Weitem all unsere Erwartungen. Als der Bus über die Felder fuhr und um eine letzte Erhöhung bog, lag plötzlich vor uns das filmbereite Hobbingen, mit dem Wirtshaus, der Mühle, der Brücke, dem Partybaum und den unzähligen Behausungen der Winzlinge. Wir durften aussteigen und uns alles aus der Nähe anschauen gehen, bis hinauf zur Wohnung von Bilbo resp. Frodo. Die Hobbithöhlen waren mit so viel Aufwand, Kreativität und Liebe zum Detail gebaut worden, dass es uns nicht verwundert hätte, wenn eine Tür aufgegangen und ein haariges Füsschen rausgeschaut hätte. Arwen spähte denn auch in jede Wohnung und sah insgesamt sieben Hobbits, wie sie uns versicherte. Es war einmalig und unbezahlbar… Wir schossen Foto nach Foto, welche wir Euch bei Interesse gerne privat zeigen werden.

Zum Abschluss gab es auf der Farm noch eine Schafschervorführung und die Kinder durften den Lämmern das Fläschchen geben. Luan, der zum Frühstück noch immer seinen Schoppen liebt, setzte die Flasche gleich selbst an und war unsäglich enttäuscht, als er diesen an die jungen Schäfchen abtreten musste.

 

 

Coromandel Peninsula

17. März bis 20. März

 

Nach Matamata, am Abend des 17. März, steuerten wir auf unser nächstes Ziel, die Coromandel Peninsula, zu. In Tauranga kochten wir Abendessen, schauten uns danach den schönen Strand des Vorortes Mount Manganui an und landeten schliesslich müde aber glücklich auf einem weiteren DOC Campingplatz im Coromandel Forest Park nahe Whangamata.

 

Am nächsten Morgen fütterten wir zuerst die Aale an der Brücke, über die wir vergangene Nacht unseren Camper gezirkelt hatten und spazierten dann bachaufwärts Richtung Wentworth Falls. Cécile hatte gehört, dass man an verschiedenen Stellen im Bach ein Naturbad nehmen kann und war dann auch tatsächlich so voller Tatendrang, dass sie sich ins ziemlich kalte Wasser wagte, zusammen mit Arwen, die das auch toll fand. Luan und Marco schauten dem Geschehen zuerst aus sicherer Distanz zu, liessen sich dann aber auch zum baden hinreissen. Marco nur schon deswegen, weil er nicht gerne in den Blog geschrieben hätte, dass er der Einzige war, der am Ufer stehen blieb…

Schon gegen Mittag fanden wir uns im Opoutere Coastal Camp ein. Der Strand war einmalig und kaum zu glauben, wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Cécile und die Kinder sammelten Muscheln und Marco stürzte sich in die hohen Wellen.

Am Samstag, 19. März, führte uns die Strasse zuerst an den schönen Cooks Beach, bevor wir nach Whitianga weiterrollten. Cécile verliebte sich sogleich in das bezaubernde Städtchen, vielleicht hatte das herzige Café Nina, wo wir so gut zu Mittag assen, oder der verrückte Beachware Laden, wo sie sich zwei tolle Shirts kaufte, etwas damit zu tun?

Ein Stückchen weiter nördlich machte uns die Blackjack Road dann Mut für die halsbrecherische Strasse an den Otama Beach. Der Strand war aber so super, dass wir das Spiel als gewonnen betrachteten. Übernachten konnten wir auf dem Feld eines Bauern, dem Otama Beach Summer Camping Ground.

 

 

Auckland und Umgebung

20. März bis 22. März

 

Wir waren noch immer auf der Coromandel Peninsula und wollten an deren Westküste natürlich auch die namengebende Stadt kennen lernen. Wieder einmal eine nahrhafte Passstrasse liess uns die Pause dort mehr als geniessen.

Wir mussten aber bald weiter, denn unser Tagesziel lag mehr oder weniger gleich gegenüber an der selben Bucht, der Firth of Thames. Nur gab es keine Brücke, sondern wir mussten die ganze Westküste der Coromandel Peninsula runter und dann eine fast so lange Strecke entlang des Hunua Ranges Regional Parks an der Ostküste unter Auckland wieder rauf fahren bis nach Orere Point. Auf dem Campingplatz konnten wir wieder einmal gemütlich duschen und Resourcen (Wasser, Strom) tanken für die weitere Reise.

An diesem Montag, 21. März, fuhren wir weiter gegen Auckland. Die Besiedlung nahm merklich zu, die Strassen wurden breiter und die Kreisel grösser. Wir waren ein paar Mal auf dem falschen Weg aber schliesslich fanden wir die Küstenstrasse Tamaki Drive und tuckerten zum Kelly Tarlton’s Underwater World. Dort bestaunten wir Fische, Pinguine sowie andere Unterwassertiere und waren beeindruckt von den Acryltunnels, durch welche man sozusagen durch ein riesiges Aquarium unter Rochen und Haien hindurch gehen konnte.

Bald darauf kamen wir in der Innenstadt von Auckland an und fanden auch einen Parkplatz in der Nähe des Hafens. Da Luan in der Zwischenzeit eingeschlafen war, blieb Cécile im Camper und nutzte die drahtlose Internetverbindung mit unserem Provider, die leider nur in Auckland, Queenstown und Christchurch garantiert ist. Marco und Arwen schlenderten entlang der schönen Promenade des Viaduct Harbours an luxuriösen Yachten vorbei.

Mehr Zeit in Auckland wollten wir später, vor unserem Rückflug, verbringen und so verliessen wir anschliessend die Stadt nach Norden über die Auckland Harbour Bridge. Es hatte stark zu regnen begonnen, so dass wir unser Auto auf dem Campingplatz in Waiwera in Pfützen stellen mussten, nur etwa 2 m von der Brandung des Meeres entfernt. In der Nacht zog ein Gewitter auf und die Winde rüttelten und schaukelten das Wohnmobil. Ihr dürft dreimal raten, wer immer wieder aufwachte… Ein Tipp: Es waren nicht die Kinder!

 

 

Northland

22. März bis 28. März

 

Das heutige Dienstagsprogramm war ein bisschen kulinarisch angehaucht, beginnend mit dem Art of Cheese Café in Puhoi. Leider war dieses geschlossen, wir bekamen aber auch im nostalgischen Hotel im Dorfzentrum eine Kostprobe des Käses, der in der Gegend hergestellt wird. Fein!

Dann gings weiter ins Honey Centre kurz vor Warkworth. Das Tolle war, dass man all die verschiedenen Honige degustieren konnte. Es gab Avocado-Honig, Pohutukawa-Honig und viele mehr, vor allem aber den berühmten Manuka-Honig, der stark antiseptisch wirkt. Ganz widerstehen konnten wir nicht und deckten uns mit ein paar Honigtöpfen ein (auch als ‘Mitbringsel‘).

In Auckland hatten wir den Blog nur minimal aktualisieren können. Da wir ein bisschen ‘up to date’ sein wollten, suchten wir ein Restaurant, das Internetverbindung bot und wurden in einem McDonald fündig. Die Kinder waren eingeschlafen und so hatte Cécile viel Zeit, Text und Bilder heraufzuladen.

Ein weiterer, sehr schöner DOC Campingplatz empfing uns am Uretiti Beach. Der kilometerlange Prachtsstrand lud zu einem ausgedehnten Spaziergang ein.

Das tolle an den DOC Plätzen ist auch, dass man diese nicht bereits bis morgens um 10 Uhr verlassen haben muss. So konnten wir auch an diesem Mittwoch, 23. März, nochmals am Strand ‘unsere Füsse vertreten’. Schön zu sehen, dass wenigstens ein paar Nudisten den Sand, das Meer sowie die spärliche Sonne schätzten und sich zwischen ein paar Grashalmen in der Böschung versteckten. (Auch) Arwen erspähte sie trotzdem und meinte einmal: “Lug ämal dä zeigt sis Pfiifli!”

Auf dem weiteren Weg nach Norden machten wir Halt in Whangarei, der grössten Siedlung des Northland. Arwen und Luan vergnügten sich abermals auf einem tollen Spielplatz, danach kauften wir noch ein paar Souvenirs in den Läden rund um den Yachthafen Town Basin. Die Whangarei Falls, ein bisschen ausserhalb der Stadt, musste man gesehen haben, also stoppten wir kurz und waren beeindruckt vom grössten Wasserfall, den wir bis dahin in Neuseeland gesehen hatten.

Danach erfreuten wir uns an den endlosen Windungen der Küstenstrasse vorbei an Ngunguru, Tutukaka und Matapouri. Erneut fing es an stark zu regnen und wir hatten nicht den Mut, eine der direkteren, kleinen und äusserst einladenden Schotterstrassen zu unserem nächsten Teilziel in Whananaki zu nehmen. Also machten wir einen Umweg zurück auf den SH 1 (Hauptstrasse nach Norden) um wenig später wiederum 27 km an die Küste zu fahren, dies mit fast leerem Tank und keiner Tankstelle weit und breit. Wir schafften es vorerst bis zu unserem Ruheplatz.

Das Wetter war nun wirklich seit Tagen schlecht. An diesem Morgen aber freuten wir uns über kurze Aufhellungen und nutzten die Chance, unsere Badesachen anzuziehen. Am Strand wuschen Arwen und Luan dann die Muscheln, die sie an den unzähligen Stränden gesammelt hatten. Cécile hatte schon zig Ideen, wie diese zuhause in ein Bild verarbeitet werden können, derweil machte sich Marco Gedanken über die geschätzten zusätzlichen 4 Kilo Balast und darüber, ob es überhaupt zulässig sei, halbe Strände von Neuseeland in die Schweiz zu verfrachten…

Wir wollten noch nicht wieder weiter fahren und so genossen wir den Tag und eine weitere Nacht in der einsamen Gegend von Whananaki.

An diesem Freitag, 25. März, steuerten wir unser nördlichstes Ziel, die Bay of Islands, an. Zum Glück konnten wir beim Dorfladen in Whananaki noch ein paar Liter Diesel tanken, so dass wir kurze Zeit später wieder auf der Hauptstrasse nach Norden und bald darauf in Paihia ankamen, wo es im Beachhouse leckere Gourmetburger und Fish & Chips zur Stärkung gab. Danach kauften wir wahrscheinlich noch das letzte Mal vor der Heimreise ein und checkten wenig später im Waitangi Holiday Park ein. Es regnete wieder (oder immer noch) in Strömen, was die Kinder nicht davon abhalten konnte, in der Regenmontur den Spielplatz unsicher zu machen. Zumindest konnten sie so ein wenig überschüssige Energie abbauen, was sonst im Camper nicht gut möglich ist. Später spielten Arwen, Luan und Marco noch Uno im Alkoven, die Kinder sitzend, Marco schräg liegend und aufgestützt, was für Papi sehr erholsam war…

Waitangi ist sozusagen der Geburtsort des modernen Neuseelands, wurde doch 1840 vor dem Treaty House der Vertrag von Waitangi zwischen Maorihäuptlingen und der britischen Krone unterzeichnet. Von unserem Campingplatz waren es nur ein paar hundert Meter bis zu den Treaty Grounds, klar, dass wir einen Besuch abstatteten und an diesem Samstag einen ‘Kulturtag‘ einlegten. Es war höchst interessant, mehr über das Zustandekommen des Vertrags zu erfahren, das Treaty House zu besichtigen und das whare runanga (Versammlungshaus der Maori) und das waka taua (Kriegskanu der Maori mit Namen Ngatokimatawhaorua), beide zur Hunderjahrfeier des Vertrages (1940) gebaut, anzuschauen.

Die Bay of Islands ist, wie der Name sagt, natürlich bekannt für seine Inseln (144 an der Zahl). Leider war auch heute das Wetter nicht so einladend, dass wir eine Inseltour mit dem Schiff unternehmen wollten. Wir entschieden uns aber, mit der Fähre von Paihia nach Russel zu tuckern. Das kleine Hafenstädtchen wurde einst als ’Höllenschlund des Pazifiks’ bezeichnet, da es im frühen 19. Jahrhundert Sammelbecken für entflohene Sträflinge, Walfänger, Seeleute und andere raue Gesellen war. Ein idealer Ort für Kinder also… Wir liessen es uns gut gehen in Russel, assen neuseeländische Pizza (ohne Tomatensauce), schleckten Eis, tranken Kaffee und besuchten zwei kleinere Galerien, bevor wir wieder zurück nach Paihia schifften. Es war ein schöner, gemütlicher Tag.

 

 

Kauriküste

28. März bis 29. März

 

Heute Montag, 28. März, ging unsere Reise weiter nach Westen zum Waipoua Forest. Der Wald ist der Rest des 12’000 km2 grossen Kauri-Waldgebietes, das einstmals von Auckland bis zum Nordkap reichte. Ein erster, kurzer Spaziergang führte uns zu Tane Mahuta, zum Gott des Waldes. Gewaltig, mächtig und erhaben stand der grösste Kauribaum (51.5 m hoch, 13.8 m Stammumfang) plötzlich vor uns. Wir kamen uns klein und in Anbetracht des geschätzten Alters des Baums von 2‘000 Jahren sehr jung vor…

Nur ein wenig weiter südlich auf der Waldstrasse erreichte man den Parkplatz der Kauri Walks. Nach kurzer Wanderung kamen wir zu den Four Sisters, vier hohe, grazile Kauris, die am Stamm zusammengewachsen sind. Speziell und einzigartig. Danach schlängelte sich der Weg weiter durch wunderschönen Wald bis zu Te Matua Nahere, zum Vater des Waldes. Er ist zwar nur der zweitgrösste Kauri, mit einem Umfang von 16.4 m aber der beleibteste unter ihnen. Auch Te Matua Nahere strahlte diese erhabene Präsenz aus.

Eine knappe Stunde später parkierten wir im DOC Campingplatz des Trounson Kauri Parks. Der Platz ist sehr schön am Rande des Parks, welcher mit einem dreiviertelstündigen Rundgang durch den Wald lockt, gelegen. Die Kinder waren aber eingeschlafen und so ruhten auch die Eltern sich ein bisschen aus. Am frühen Abend vor dem Essen wollten wir dann zumindest noch einen Blick in den Wald werfen. Wir, und vor allem Arwen, waren aber so flink unterwegs, dass wir immer weiter gingen und uns schliesslich spontan entschieden, die ganze Runde zu machen. Wir hofften natürlich, einen Kiwi in freier Wildbahn zu sehen und es war auch sehr spannend, in der Dämmerung durch den Wald zu gehen. Sehr rasch wurde aber das Licht geradezu aus dem Wald abgesogen und bald schon konnten wir kaum noch etwas sehen. Es wurde uns immer ‘mulmiger’. Waren wir noch auf dem richtigen Weg? Wie wäre es, im Wald zusammen mit seltenen Vögeln und der grossen Kauri Schnecke zu übernachten? Die Letzte Frage können wir zum Glück nicht beantworten, denn endlich waren wir am entscheidenden Wegweiser zum Campingplatz angekommen und fanden unseren Weg ‘heim’.

 

 

Auckland

29. März bis 31. März

 

Es war noch ein gutes Stück bis nach Auckland, doch kamen wir schnell voran und waren kurz nach Mittag auf der Halbinsel Devonport, wo wir rasteten und den tollen Blick auf Aucklands Skyline genossen.

Dann schleusten wir uns wieder in den Verkehr, passierten erneut die riesige Harbour Bridge (diesmal in südlicher Richtung) und fanden auf Anhieb auch Mount Eden, den Stadtberg von Auckland, an dessen Fusse wir den Camper parkieren konnten. Kurz darauf waren wir auch schon unterwegs Richtung ‘Gipfel’ und wie sich dieser Effort gelohnt hatte. Der Pfad war echt schön, führte durch Wiesen, vorbei an kleinen Kratern, die Aussicht ganz oben über weite Teile der Stadt war phänomenal.

Nun hatten wir uns unser Abschiedsabendessen im Restaurant Circus Circus verdient, und auch da wurden wir nicht enttäuscht. Mit dicken Bäuchen machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz im Ambury Regional Park. Leider standen wir da vor verschlossenen Toren (geschlossen ab 21 Uhr) und mussten uns ein anderes Plätzchen zum Schlafen suchen. Fündig wurden wir kurz darauf in einem Park direkt am Meer. Der Polizist, der die Pforten des Parks schloss und noch an unsere Tür klopfte, liess uns freundlicherweise gewähren…

Heute Mittwoch, am 30. März, war unser letzter, ganzer Tag vor der Heimreise und es stand viel auf dem Programm.

Der Morgen begann mit ein bisschen Shopping und einem Postbesuch, wollten wir doch noch Volkmar, unserem netten Mittelsmann für die Reise und Campermiete, endlich die Haribo Gummibärchen schicken. Wirklich, das hatte er sich nämlich gewünscht…

Den Mittag an diesem sonnigen Tag verbrachten wir gemütlich in der Auckland Domain, dem grössten Stadtpark in Auckland. Die Kinder kletterten auf den Bäumen und balgten, die Eltern versuchten, sämtliche übrig gebliebenen Essensvorräte in Sandwiches einzuarbeiten.

Nun hiess es aber ‘ran an die Arbeit’. Auf dem Weg zum Holiday Park in Manukau, nahe des Flughafens, tankten wir den Camper und füllten die Gasflasche auf. Auf dem Campingplatz angelangt hatten wir Glück, noch die letzte Powered Site zu kriegen. Nun war packen, Camper putzen, dumpen und Frischwasser tanken angesagt, dann duschen, etwas essen gehen und diese letzten Zeilen des Blogs verfassen. Ganz schön erledigt kuschelten wir vier uns schliesslich ins grosse ‘Kinderbett’ im hinteren Teil des Wohnmobils.

 

 

Rückgabe Camper und Heimflug

31. März bis 1. April

 

Wir greifen hier schon vorweg und schreiben diese Zeilen schon heute, am 30. März. Die Camperübergabe wird gut über die Bühne gehen und bald schon werden wir im Flugzeug zurück in die Schweiz sitzen. Unsere Gedanken werden einerseits um Neuseeland und all unsere Abenteuer kreisen, andererseits aber bei Euch und der Schweiz sein, die wir vermisst haben und auf die wir uns fest freuen. Bis bald!

 

 

Die zehn goldenen Camperregeln

 

Da wir nun 2 Monate in Neuseeland mit einem Camper unterwegs waren, fühlen wir uns kompetent, diese Regeln zu verfassen. Wer den Blog gelesen hat, dem wird das eine oder andere (aber nicht alles!) bekannt vorkommen:

 

1. Unterschätze nie die Dimensionen des Campers (dieses Modell ist 6.4 m lang, 2.18 m breit und 3.5 m hoch)! Das könnte teuer werden!

2. Sei auf der Hut beim Fahren und beobachte die Strassen in Neuseeland genau! Ratten, Opossums, Schafe oder Kühe können sich Dir unvermittelt in den Weg stellen!

3. Lege Dich nicht mit Trucks an! Truckfahrer hassen Camperfahrer und machen sich gerne einen Sport daraus, diese von der Strasse zu drängen!

4. Stelle sicher, dass immer viel Diesel im Tank ist! Auf Neuseelands Strassen kann es vorkommen, dass hunderte Kilometer weit keine Tankstelle verfügbar ist. Du könntest z.B. bei Regen und Sturzbächen im Fjordland stranden!

5. Neuseelands Tunnel sind dunkel und teilweise einspurig, die Brücken sind oft einspurig. Pass besonders im Homer Tunnel auf! Der Tunnel ist einspurig und durch ein Lichtsignal geregelt. Ab 18 Uhr wird aber extra das Lichtsignal deaktiviert um zu sehen, ob grosse Fahrzeuge im schmalen, dunklen Tunnel wirklich kreuzen können. An der Westküste gibt es eine Brücke, die Du mit dem TranzAlpine (Zug) teilen musst.

6. Versichere Dich vor der Abfahrt, dass sämtliche Schubladen und auch der Kühlschrank verriegelt sind! Der Inhalt könnte in einer scharfen Kurve oder bei einer Bodenwelle herausfallen!

7. Falls Kinder mitreisen, frage sie vor der Abfahrt, ob sie mit sämtlichen wichtigen Gegenständen (alle Nuschelis, Plüschkiwi und -pukeko, Ketteli etc.) für die Reise ausgerüstet sind und die richtige Musik aus dem iPod ertönt! Es kann zermürbend sein, kurz nach der Anfahrt wieder anhalten zu müssen!

8. Gib acht auf die vielen Deckel im, um und am Camper! Der Tankdeckel könnte verloren gehen oder der Deckel der portablen Toilette könnte ins Abwasserloch kullern!

9. Bringe nach dem Entleeren des Greywaters den Verschlusshahn wieder in Stellung ‘Zu’! Der oder die Nächste, welche Greywater entleert und ahnungslos den Verschlussdeckel abnimmt, wird es Dir danken!

10. Benutze das Alkovenbett nur bei guter Fitness und ungetrübtem Verstand (kein Alkohol) und montiere das Sicherheitsnetzchen am Rande des Bettes! Ein Sturz aus dem Alkovenbett ist lebensgefährlich!

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Kommentare: 7
  • #1

    Ursula Treier (Dienstag, 22 Februar 2011 12:49)

    Hallo zäme, i hoffe es goht euch guet. Ha grad i de Nachrichte ghört, dass es bi eui es Ärdbebe geh het. I wünsch eui dass ihr nit betroffe sind und euchi Reis i volle Zöge chönnet gniesse. Hebets guet und liebi Grüess
    Ursula Treier

  • #2

    Markus und Annemarie (Freitag, 25 Februar 2011 08:15)

    Toller Bericht! Ihr erlebt ja eine herrliche Zeit! Danke für das Teilhaben an eurer Auszeit!
    Tausend Grüsse und Küsse
    Markus und Annemarie

  • #3

    Markus und Annemarie (Donnerstag, 10 März 2011 07:55)

    Toll, ihr macht uns gluschtig! Was ihr für tolle Sachen und Orte erlebt - einmalig!
    Tausend Küsse
    Markus und Annemarie

  • #4

    Eveline (Freitag, 11 März 2011 18:03)

    Unglaublich. Nun hab ich den Link auch endlich gefunden...
    Tolle Beriche! Schön zu lesen, dass ihr die Ferien in vollen Zügen geniesst. Freue mich schon auf die nicht so öffentichen Bericht von euch zu hören, wenn ich im Juni in der Schweiz bin ;-)
    Wünsche euch noch eine tolle Zeit und eine problemlose Rückreise.
    Ganz liebe Grüsse, Eve.

  • #5

    Erika & Tony 15.März 11 (Dienstag, 15 März 2011 11:41)

    Nun habe auch ich den Link gefunden und den umfassenden Bericht gelesen. Herrlich und weiter viel Vergnügen.

  • #6

    Manuela & Pawel (Sonntag, 20 März 2011 22:47)

    Hej! Aaaah, miär wärdet grad chli weeehmüätig... oder ifersüchtig? Suuuper schöni fötäli. Gniässed üchi reis no... bis bald. lguk

  • #7

    Markus und Annemarie (Dienstag, 29 März 2011 20:42)

    Wow, was seid ihr für Abenteurer und Schriftsteller! Trotzdem wir euch alles von Herzen gönnen, können wir es kaum erwarten, euch wieder in die Arme zu schliessen.

    Wir wünschen euch einen guten Heimflug und bis bald - tausend Küsse - Markus und Annemarie